THEO LITT´s FLYING CIRCUS – In den Fußstapfen von Monty Python Ein Erlebnisbericht von Dietmar Hoechst

Wer kennt sie nicht? Das Leben des Brian oder die Ritter der Kokosnuss! Legendäre Filme, die auch heute noch begeistern, weil der total schräge Humor der britischen Satiregruppe Monty Python in vielen Szenen und Sketchen zeitlos ist.

                                                

Aber es ist etwas anderes, VOR der Glotze zu sitzen und mit kühlen Getränken und Knabberkram einen gemütlichen Fernsehabend auf der Couch zu genießen, als AUF der Bühne zu stehen und wiederum andere die IM Publikum sitzen als Akteure in einem Sketch-Klassiker zu begeistern.

 

DAS war die große Herausforderung, der sich die BGB18b in diesem Schuljahr stellen musste – ohne zuvor gefragt zu werden! Als die Schüler(-innen) Mitte August 2018 im Business Profil starteten, hatten sie zuvor keine Teilnahme am Theaterprofil unterschrieben (oder haben sie nur das Kleingedruckte nicht gelesen? J).

 

Wie dem auch sei, jeden Dienstag hieß in der 7./8.Std., sich auf den Bühnenauftritt im Juni 2019 vorzubereiten. Anfangs standen gruppendynamische Übungen, Stimmentraining und Wahrnehmung des eigenen Körpergefühls auf der Agenda. Spielerisch wurde die Klasse unter der Leitung von Eirik Behrendt, professioneller Schauspieler und Regisseur, in die Welt des Theaters eingeführt. Unsere Sozialpädagogin Marion Brandt, Mutter Theresa, half durch intensive Gespräche, die Skepsis, Hemmungen und Scheu, die einige dabei verständlicherweise empfanden, abzubauen, elementare Voraussetzungen, um später Eirik die Möglichkeit zu geben, in den Szenen (Sketchen) an Feinheiten, wie z.B. Positionierung, Körperhaltung und Aussprache arbeiten zu können.

 

Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde die Klasse immer lebhafter, was leider nicht immer zu fokussierter konzentrierter Mitarbeit führte, sondern häufig zu unnötigen Störungen, die den zeitlichen Gesamtplan, gefährdeten.

Dank der freundlichen Unterstützung des Kollegiums und der Schul –und Oberstufenleitung konnten wir glücklicherweise zusätzliche Proben organisieren, die wir auch dringend benötigt haben.

 

Wie so oft verlief die Zeit wie im Fluge und der große Auftritt stand bevor. Auch den Coolsten und Entspanntesten unter den Schülern ging dann doch noch der Arsch auf Grundeis. Jetzt war auch dem Letzten klar, dass am Premieretag weder Texthänger noch Zeitverschwendung durch Handyspielereien angebracht waren.

 

Die letzten Proben liefen schleppend, auch die Technik wollte nicht so recht, wodurch vor allem Eirik sehr ins Schwitzen kam, sich aber als Vollprofi nichts anmerken ließ. Als ich dann als Soffleur in der ersten Reihe sitzend die schon fast zu perfekte Generalprobe erlebte, musste ich mich erstmal kneifen und fragte mich, ob jeder meiner Schüler einen talentierten Zwilling geschickt hatte oder ob meine Schützlinge vorher mit 50% Sparflamme nur geblufft hatten? Ich war schlagartig beruhigter, wollte dem Braten aber nicht hundertprozentig trauen, ein wenig Skepsis blieb.

Bevor der Vorhang final aufgehen sollte, gab es noch einmal einen Motivationskreis, in dem Eirik, ich und der theatererfahrene Douglas (Schüler) die letzten Kraftreserven aller Beteiligten mobilisierten.

Dann ging der Vorhang für den ersten Sketch, den ich in Anlehnung an die Military Parade selbst geschriebene habe, auf und die Generalin heizte dem Publikum ordentlich ein. Die absurden Tanzeinlagen der „Rekruten“, die Soundeffekte und das Schattenspiel wussten zu begeistern, ein gelungener Start. Und so sollte es weitergehen…

 

Während des Klassikers Dead Parrot, der von kurz zuvor eingesprungenen „Schauspielern“ aus dem 12.Jg., die ich mittels Fachhochschulreife erpressen konnte (J), professionell vorgetragen wurde, dachte ich mir schon, „Das hier ist ganz großes Kino!“.

 

Das durchgeknallte Personal und das Liebespaar, welches gute Miene zum bösen Spiel machte, und eine völlig skurrile Schlusspointe sorgten im Restaurant Sketch für viele weitere Lacher.

 

Unser Dream Duo in Nudge Nudge sorgte schon seit der ersten Probe für Stimmung am Set. So war es nicht verwunderlich, dass die beiden Akteure auch das Publikum für sich einnehmen konnten.

 

In Police Station meisterten die Jungdarsteller vor allem die sprachlichen Herausforderungen und brachten diesen wirklich schwierigen Klassiker super auf die Bühne, was mit viel Applaus honoriert wurde.

 

In Smuggler wurde die tollpatschige Schmugglerin trotz Geständnis und offensichtlichem Koffer voller Diebesgut vom völlig entspannten Zollbeamten in keinster Weise ernstgenommen. In ihrer Gaunerehre gekränkt drehte sie dann völlig durch und musste vom Sicherheitsdienst abgeführt werden, was von lautem Beifall begleitet wurde.

 

In Phrasebook führten sprachliche Probleme, die auch mithilfe eines Wörterbuches nicht gelöst werden konnten, zu einem eskalierenden Streit zwischen einer Tabakhändlerin und ihrem Kunden, der auch wie die Szene zuvor mit einem Abführen des „Täters“ begleitet von Applaus und Lachern endete.

 

So gelungen der Anfang war genauso endete auch THEO LITT´s FLYING CIRCUS. Der Sketch Self-Defence, in dem ein völlig schräger Kursleiter einen mit einer Banane bewaffneten Kursteilnehmer mit einer Schusswaffe niederstreckte, rundete diese bunte Mischung an Absurditäten ab.

 

Das begeisterte Publikum, welches die Schauspieler noch etliche Male mit großem Beifall aufforderte, auf die Bühne zu kommen, um die „Lorbeeren“ für die tolle Performance einzustreichen, hätte gerne noch mehr Sketche gesehen, aber bekanntlich sollte man ja gehen, wenn es am schönsten ist.

 

Erwähnt seien an dieser Stelle noch, dass vieles hinter den Kulissen und vor dem eigentlichen Auftritt gemanagt und organisiert werden musste, was dem Publikum und auch den meisten Akteuren auf der Bühne nicht immer bewusst ist. Eirik und ich können Marion nicht oft genug dafür danken, dass sie uns in vielen Situationen den Rücken freigehalten hat, damit wir uns auf die eigentliche Arbeit konzentrieren konnten. Zu erwähnen ist hier auch das Engagement des kompetenten Organisationstrios bestehend aus Marie, Marcel und Paulina, die den Auf- und Abbau managten, was der Projektleitung bis dato Kopfzerbrechen bereitet hatte.

 

Neben den eigentlichen Sketchen faszinierten auch die athletischen männlichen „Nummerngirls“ Douglas und Brandon, die in Anlehnung an den für Monty Python typischen Humor mit dem Publikum spielten. Ihr mutiger Auftritt wurde glücklicherweise nicht mit fliegenden Schlüpfern oder BHs belohnt, dennoch konnte man anhand der Gesichter erkennen, dass beide ab jetzt eine weibliche Fangemeinde haben.

 

Natürlich sollen unsere Schüler(-innen) später keine Karrieren in Hollywood machen, aber das, was sie aus diesem Theaterprojekt mitnehmen, wird ihnen in vielen (beruflichen) Situationen helfen. Stärkung des Selbstbewusstseins, die Fähigkeit in Stresssituationen ruhig und fokussiert zu bleiben, Rhetorik, Körperhaltung- und Beherrschung und nicht zu vergessen, Teamfähigkeit, als wichtige Säule für den gemeinsamen Erfolg (s. erfolgreicher Auftritt J), all dies wird sie hoffentlich weiterbringen und in einem ersten nächsten Schritt zur Fachhochschulreife führen.

 

Obwohl dieses Projekt sehr zeitaufwendig, anstrengend und sehr fordernd gewesen ist –  und damit weit über einen „Dienst nach Vorschrift“ hinausgeht – werde ich aus schulorganisatorischen und personellen Gründen mit einem weinenden Auge für die nächste „Spielzeit“ aus diesem tollen Dreier-Team aussteigen müssen.

 

Nicht nur die Schüler(-innen) haben in Anlehnung an unsere Schulphilosophie des Förderns und Forderns vieles gelernt, auch mein Schulalltag wurde bereichert, hat mich als Lehrkraft voran- gebracht, „lebenslanges Lernen für Schüler UND Lehrer“.

 

Ein Bericht von Dietmar Hoechst, Teil der Projektleitung des Theaterprojekts in der BGB18b

 

Theo Litt´s Flying Circus lädt in die Stadthalle

20.Juni 2019

Theatersaal der Stadthalle Neumünster

19:00 Uhr

 

Wenn eine „Dirty Fork“ und ein „Bananenangriff“ Chaos verursachen, dann kann auch ein verpeilter General nicht mehr helfen und eine Strapazierung der Lachnerven verhindern.

 

THEO LITT´s Flying Circus bietet in Anlehnung an die britische Satiregruppe Monty Python eine moderne und aufgepeppte Version von Klassikern des schwarzen Humors.

 

Eine bunte Mischung an Sketchen, die unterschiedliche Lebenssituationen und Charaktere darstellen, Abstrusitäten bieten und maßlos übertreiben.

 

 

Wir, die Schüler und Schülerinnen der BGB 18b der Theodor-Litt-Schule Neumünster, laden Sie / Euch recht herzlich zu unserem diesjährigen Theaterstück ein…

 

… and we love to entertain you.

 

 

 

Aufführung in englischer Sprache

Kartenverkauf im Kulturbüro Neumünster,

Kleinflecken 26 und an der Abendkasse

 

Erwachsene 5,00€, SchülerInnen 3,00€

 

Darsteller und Darstellerinnen

Benedikt Effenberger

Bennet Weißenberg

Benny Wendt

Brandon Thormann

Catalin Barbu

Christina Knaub

Donat Rasiti

Douglas Arnot

Drinor Rasiti

Jannes Dillenberger

Kaya Ay

Luca Hagenstein

Luis Peiter

Marcel Höllger

Marie Meyer

Moritz Kock

Paulina Splitter

Philip Pommrehn

Sarah Fehske

REGIE
Eirik Behrendt

Assistenz
Marion Brandt, Dietmar Hoechst

Kamera
Sofia Brandt

Theodor-Litt-Schule

Regionales Berufsbildungszentrum AöR 

Parkstr. 12-18

24534 Neumünster

Tel. +49 04321 942 4910+49 04321 942 4910

Fax +49 04321 942 4909

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